Gabel Statt Skalpell – Forks Over Knives

Gabel statt Skalpell (original Forks Over Knives) beschreibt in erster Linie den Dokumentarfilm von Lee Fulkerson. Der Film handelt davon, wie sich die amerikanische Ernährung in den letzten Jahrzehnten wandelte und heute überwiegend auf Fleisch, Fett, Zucker, Milchprodukte und stark verarbeitete Lebensmitteln fokussiert ist. Klar ist, dass so eine Ernährungsweise zu starkem Übergewicht bei groß und klein führt. Vielen ist aber nicht bewusst, dass eine so einseitige Ernährung auch zu schwerwiegenden Krankheiten führt. Nicht nur Adipositas, sondern auch massive Herz- und Kreislauferkrankungen, bestimmte Krebsarten (wie Prostatakrebs) und Diabetes Mellitus Typ II
Man kann diesem Schicksal aber auch entgehen, und zwar durch eine „whole food plant based diet„, also einer pflanzenbasierten Vollwertkost. 

Der leicht skeptische Lee Fulkerson startet zu Beginn des Films den Selbstversuch: Er besucht Internist Dr. Lederman und Hausärztin Dr. Pulde in ihrer Praxis Exsalus. Die beiden behandeln ihre Patienten nicht nur medizinisch, sondern bewegen sie zu einer gesünderen Ernährung und betreuen ihre Patienten bei der Umstellung. Fulkerson lässt sich medizinisch durchtesten und hält sich wie viele für kerngesund. Doch die Diagnose ist erschütternd, sein Cholesterinwert liegt bei 241 und ist damit viel höher als vermutet. Fulkerson ist schockiert. Hinzukommt ein stark erhöhter CRP-Wert, der zuverlässig Entzündungen im Körper anzeigt, was ein erhöhtes Herzinfarktrisiko bedeutet.  Aus diesem Grund beginnt Fulkerson mit Hilfe von Dr. Lederman ein 12-wöchiges Ernährungsprogramm. Im weiteren Verlauf des 90-minütigen Films werden die Koryphäen der High Carb Low Fat Vegan -Bewegung vorgestellt, zum Beispiel Dr. Caldwell Esselstyn, Dr. Colin Campbell und John McDougall, und Menschen, die mit Hilfe einer einfachen Ernährungsumstellung ein völlig neues Lebensgefühl erhalten haben. Darüber hinaus erhält der Zuschauer interessante Informationen, zum Beispiel über die Entwicklung der heutigen Landwirtschaft bzw. Ernährungsindustrie und auch über biologische Prozesse im menschlichen Körper. 

„The doctor of the future will no longer treat the human frame with drugs, but rather will cure and prevent disease with nutrition“ – Thomas Edison

Ich sah den Film zum ersten Mal an einem Freitagnachmittag im Internet. Während des gesamten Films machte ich eine Talfahrt der Gefühle: Ich war schockiert über die Berichte über die Landwirtschaft, wütend auf Industrie und Politik, angewidert über den menschlichen Selbstbetrug, und freute mich so sehr für die Menschen, die es geschafft haben den Sprung zu wagen und sich selbst vor einem düsteren Schicksal bewahrt haben. Ich war danach so aufgewühlt und motiviert zugleich und dachte nur „Verdammt!! Jeder Mensch sollte diesen Film sehen!!“ vor allem die Menschen, die mir am Herzen lagen! Also klickte schnurstracks der Kaufen-Button auf amazon.de und via Overnight-Express-Lieferung hatte ich die DVD für erschwingliche 14,99€ am nächsten Tag im Briefkasten. Da ich an diesem Samstag meine Oma besuchen wollte, packte ich meine prähistorische Playstation2 mitsamt Kabelsalat ein (einen richtigen DVD-Rekorder habe ich bis heute nicht 😀 ) und zwang meine 80jährige Oma mit mir den Film zusammen zu sehen. Am Sonntag schaute ich den Film ein drittes Mal.  Und am Freitag darauf ein viertes Mal mit meinem Freund und seiner Familie.
Alle, die den Film mit mir sahen waren voll motiviert – zumindest für ein paar Minuten, denn schon am nächsten Tag war wieder alles vergessen und die Frühstückseier brutzelten mit heißer Butter in  der Pfanne 😦 Wer die Wahrheit nicht akzeptieren will, verdrängt die Bilder des Films natürlich ganz schnell. Aber diejenigen, die für eine Ernährungsumstellung offen sind – sei es nun vegetarisch, vegan oder einfach nur „weniger Fleisch“- sollten sich diesem Film als zusätzliche Motivation angucken. 

 

Nach dem Film wurden noch zwei Bücher veröffentlicht:

  1. Gabel statt Skalpell – Gesund durch Ernährung auf pflanzlicher Grundlage“ (19,99€), das Buch zum Film von Gene Stone.
  2. Und „Gabel Statt Skalpell – Das Vegan Kochbuch“ (19,99€) von Koch Del Soufre in Zusammenarbeit mit Isa Chandra Moskowitz.  

 

 Gabel statt Skalpell – Gesund durch Ernährung auf pflanzlicher Grundlage:

Das Buch besteht grob aus zwei Teilen: Zum einen dem Informatonsteil, in dem alle wichtigen Infos aus dem Film nochmals aufgegriffen werden, vor allem die medizinischen Aspekte. Dazu gibt es grobe Profile der Menschen, die im Film vorgestellt werden. 
Im zweiten Teil des Buches werden 125 Rezepte vorgestellt, die auf dem „whole food plant based„- und „high carb low fat„-Prinzip basieren und somit dem Ernährungsrezept des Films entsprechen. Die Rezepte sind überwiegend simpel wie „Kürbissuppe mit Mais“ (Seite 95), „Tex-Mex-Lasagne“ (Seite 140) oder „Polenta-Gemüse-Pizza“ (S.148). Dazu gibt es auch noch ein paar Rezepte für vollwertige Desserts wie „Haferflocken-Rosinen-Cookies“ (Seite 195) oder „Knuspriger Himbeer-Birnen-Auflauf“ (Seite 201). 

„Real men eat plants!“ – Ryp Esselstyn

An dem Buch mag ich insbesondere den Info-Teil. Denn während im Film die Informationen am Zuschauer vorbei rasen und man von der Informationsflut fast schon erschlagen wird, kann man im Buch alles nochmals in Ruhe durchlesen und nachschlagen. 
Von den Rezepten war ich zunächst etwas enttäuscht. Zwar sind alle Rezepte lecker und man braucht keine exotischen Zutaten aber in vielen Rezepten werden Nüsse verwendet, was mir damals zu fettreich war. Mittlerweile sehe ich das etwas entspannter und kann das Buch wärmstens empfehlen. Allerdings glaube ich, dass das Buch eher was für Einsteiger ist. Wer vorher nicht-vegan lebte oder sehr fettreich, wird durch dieses Buch viel lernen. Wer aber schon länger in diesem Lifestyle unterwegs ist, wird hier nicht viele neue Rezepte entdecken. 

Gabel Statt Skalpell – Das Vegan Kochbuch:

Ein Jahr nach dem ersten Buch erschien da Kochbuch zu „Gabel statt Skalpell“ mit Rezepten von Del Sroufe. Die Rezepte für den Dessert-Teil kommen aber von Isa Chandra Moskowitz, und dafür können wir ihr wirklich dankbar sein 😉
Das Buch enthält über 300 Rezepte und diese sind alle fettarm, high carb und vollwertig. Hier gibt es von Basics bis raffinierte Rezepte alles, was das high carb low fat – Veggieherz begehrt.  Von „Bananen-Müsli-Parfait“ (Seite 54) zum Frühstück, über  „Reissalat mit Curry“ (Seite 67), „Geschmorter Rotkohl mit Bohnen“, „Herzhaften Nachos“ (Seite 247) und „Cremiger Polenta mit Wildpilzen“ (Seite 271) zu köstlichen Desserts wie den unglaublich saftigen „Himbeer-Trüffel-Brownies“ (Seite 324 und dein Leben wird danach nie wieder so sein wie vorher!) oder den fruchtigen „Vollkorn-Beeren-Muffins“ (Seite 331).

Dieses Buch ist der Wahnsinn und unglaublich vielseitig! Ich kann noch so viel daraus kochen, es wird wohl Jahre dauern bis ich alle Rezepte durch hab! 
Aber was ich an diesem Buch bzw. dessen Konzept so unglaublich finde ist, dass es die meisten Rezepte auch gratis im Internet gibt, und zwar auf www.forksoverknives.com !
Wer die Rezepte lieber immer bei sich haben aber das Buch nicht ständig unter den Arm klemmen möchte, kann sich für 4,99$ (ca. 4,58€) die App für iPhone & Co oder Android runterladen. 

Ich benutze meistens die Rezepte aus der App, diese sind zwar auf Englisch und die Mengenangaben werden in Cups und Flüssigunzen (oz) angegeben, weshalb ich oft umrechnen muss, allerdings wurden im Buch einige Zutaten nicht vollständig übersetzt. So heißt es zum Beispiel bei den „Flüssigen Schokoladen-Cupcakes“ auf Seite 327, man solle 50g vegane Zartbitterschokolade verwenden. In der englischen Variante des Rezepts steht aber man solle explizit zuckerfreie vegane Zartbitterschokolade  verwenden. 

Die Rezepte aus „Gabel statt Skalpell“, und damit meine ich beide Kochbücher als auch App und Homepage, sind unglaublich lecker und es macht enorm Spaß sie nachzukochen. Dabei lernt man vor allem wie leicht es ist, sich gesund und fettarm zu ernähren. Das Argument „Was kannst du dann noch essen?!“ zieht hier nicht, denn die Rezepte schmecken jedem und hauen einen einfach von den Socken. Hier wird gezeigt, dass High Carb Low Fat Vegan keine krasse Einschränkung ist und man an Lebensqualität verliert.  Man lernt dazu und entdeckt viele tolle Rezepte und Lebensmittel und lernt diese schmackhaft einzusetzen. 
Für alle Gabel statt Skalpell-Produkte habt ihr meine uneingeschränkte Kaufempfehlung, ihr werdet es nicht bereuen!!! 

Gabel statt Skalpell
1 Konzept, 5 Möglichkeiten

 

 

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