Neal Barnard: Breaking the Food Seduction

Wenn Gelüste über uns kommen und wir einfach nicht widerstehen können, gehen wir jedes Mal davon aus, dass wir zu schwach sind, dass wir nicht diszipliniert genug sind oder wir fangen gar an, an unserem eigenen Willen zu zweifeln. Aber was ist, wenn unsere Willenskraft nicht damit zu tun hat? Was wenn diese ganzen Gelüste nicht psychischen Ursprungs sind, sondern auf biochemischer Ebene? Unglaublich?

In „Breaking The Food Seduction“ erklärt Neal Barnard, warum uns bestimmte Lebensmittel so dermaßen in ihren Bann ziehen, dass wir einfach nicht dagegen ankommen. Dabei schafft Barnard es nicht in die Rolle des Belehrenden zu schlüpfen, der uns ein schlechtes Gewissen macht, sondern er schafft es sich mit dem ratlosen Leser zu identifizieren und greift auf viele reale Beispiele aus seiner medizinischen Karriere zurück: Warum kann sich Amy den täglichen Griff zur Schokolade nicht verkneifen? Wieso kann Paul trotz seiner dramatischen Cholesterinwerte nicht auf Pizza & Co verzichten, obwohl er so gerne will? 
Barnard schreibt: „Wir lieben Essen, ja manchmal sogar mehr als das, selbst wenn es unsere Liebe nicht erwidert.“ (Seite 2). So schreibt er weiter: „Mein Job ist es Ihnen dabei zu helfen, Gelüste und Sehnsüchten nach Lebensmitteln zu verstehen und ihnen dabei zu helfen, auf der Eben dagegen anzukämpfen, auf der sie entstehen – Ihrer Biochemie.“ (Seite 6).

“ It’s now abundantly clear that your desire for certain foods – chocolate, potato chips, or cookies, for example – is not simply a choice, like what color socks you wear or what movie you might got to see. The demand is physical. “ (Seite 16)

Der Grund weshalb ich dieses Buch so liebe und mich schon nach den ersten Seiten so verstanden fühlte, war die grundlegende Message des Buches: Du bist nicht zu blöd um abzunehmen! Es liegt nicht an mangelnder Disziplin oder einem schwachen oder gar fehlendem Willen. Nein, es liegt vor allem an den Eigenschaften der Lebensmittel. Es hat gute Gründe, wieso der Mensch sich von bestimmten Lebensmitteln ganz besonders stark angezogen fühlt und es ihm schwer fällt, eben diesen Lebensmitteln zu widerstehen. Dabei bezieht sich der ersten Teil des Buches auf vier typische Sucht-Lebensmittel und ihre Auswirkungen auf den Körper:

  1. Zucker 
  2. Schokolade
  3. Käse
  4. Fleisch

Was hat Zucker mit Opiaten zu tun? Wenn wir Lust auf Süßes haben, wollen wir dann wirklich nur Kohlenhydrate oder in Wirklichkeit was anderes? Wieso fällt es manchen so leicht auf Fleisch zu verzichten, aber können sich ein Leben ohne Käse nicht vorstellen? Und wieso würden manche Frauen lieber auf Sex verzichten als auf Schokolade? Was haben Heroin-Junkies und Schokoladen-Liebhaber gemein?

“ The goal of this book is to help you break free. Yes, foods can be addicting but there are easy things you can do to regain physical resilience against cravings and unhealthy food habits, and the are far more powerful than simply willpower. “ (Seite 27). 

Nachdem man endlich verstanden hat, warum man diverse Gelüste hat, werden im  zweiten Teil des Buches 7 Schritte aufgeführt, um sich von diesen Gelüsten zu befreien und ein neues Lebensgefühl zu erlangen. Im dritten Teil des Buches werden Nahrungsmittel vorgestellt, die dem Leser eventuell neu und unbekannt sind. Dazu gibt es eine 3-Wochen-Checkliste und Tipps für unterwegs.
Im vierten und letzten Teil werden wieder Alternativen für Lebensmittel vorgestellt, aber noch viel wichtiger: viele tolle Rezepte, die einen manchmal wirklich überraschen können. Als ich zum ersten Mal die käsefreie Käsesauce (S. 265) oder das Rezept für „Ultra-Fudge Brownies“ (S. 292) ausprobierte, war ich hin und weg. SO kann fettarmes Essen schmecken!? Und gerade bei den Brownies, kann man keinen Unterschied schmecken. 

Obwohl das Buch eine fettarme Ernährung als Ideal vorstellt, enthalten manche Rezepte geringe Dosen Öl oder Nüsse, z.B. „2 EL Sonnenblumenöl“ in den oben genannten Fudge Brownies. Zwei Esslöffel sind aber eher selten, meistens sind es 1 -2 Teelöffel.

Mein Fazit: 

Selbst nachdem ich noch andere Bücher zur High Carb Low Fat – Ernährung gelesen habe, gehört „Breaking The Food Seduction“ zu meinen persönlichen Favoriten. Es ist simpel geschrieben und schafft es trotzdem dem Leser (mit mäßigen Englischkenntnissen) klar die biochemischen Vorgänge zu erklären. Macht euch keine Sorge wegen der Sprache, das Buch ist wirklich verständlich geschrieben und schon nach einigen Seiten konnte ich den Themen sehr gut folgen. Klar, hier und da musste ich mal ein Wort nachschlagen, aber es ist sehr leicht zu verstehen, worum es im jeweilen Abschnitt geht. Also lasst die Sprache mal keine Ausrede sein! 😉 
Die Rezepte enthalten zwar gelegentlich Öle, aber entweder man kann es weglassen oder aber ich sage mir, dass 1 – 2 TL nicht schaden, da hat nunmal jeder seine eigene Schmerzgrenze. Ich habe  einige Zeit lang ausschließlich nach diesem Buch gegessen und dabei kontinuierlich abgenommen. Ich hatte sehr viel Freude an den Gerichten bzw. habe immer noch große Freude daran, denn manche der Rezepte gehören bis heute zu meinen Lieblingen. 

Ich denke mir jedes Mal, hätte ich dieses Buch schon früher gelesen, wäre mir der Umstieg auf die vegane Ernährungsweise viel leichter gefallen, denn so hätte ich verstanden, wieso es mir damals zum Beispiel so enorm schwer viel auf Käse und Milchprodukte zu verzichten.
Aber selbst wenn man nicht auf vegan umsteigen möchte, ist dieses Buch absolut lebenswert! Jeder der den Wunsch hat abzunehmen, sich gesünder zu ernähren oder bestimmte Lebensmittel aus seinem Lebens zu streichen, sollte dieses Buch lesen! 

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Das Buch kostet neu 16,80€, gibt es aber schon gebraucht unter 3€! Ich entschied mich für ein gebrauchtes Exemplar aus Amerika, plus 3€ Versandkosten kam ich knapp über 5€ für das Buch. Der Versand dauerte knapp zwei Wochen, dafür war das Buch nicht gebraucht, sondern nagelneu! Zumindest kam es mir so vor. 

 

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